«Gränzgänger»
Eine neue Generation teils junger Musiker mischt die traditionelle Schweizer Volksmusikszene auf und lässt mit neuen, oft auch schrägen, Tönen aufhorchen. «Gränzgänger» dokumentiert das Schaffen dieser Musiker und macht sich gleichzeitig auf Spurensuche über die Ursprünge der Schweizer Volksmusik.
Status
Produktionsfinanzierung
Dreharbeiten: Juni bis Oktober 2010
Schnitt: Oktober bis Dezember 2010
Fertigstellung: Frühling 2011
Inhalt
In jüngster Zeit erlebt die Schweizer Volksmusik einen neuerlichen Höhenflug und findet nicht mehr ausschliesslich in den traditionellen Ländler-Hochburgen Gehör, sondern stösst neuerdings auch bei einem jüngeren und mitunter sogar urbanen Publikum auf offene Ohren. Das erstaunt nicht, wenn man genauer hinhört: neue, manchmal sogar schräge, Töne treffen unsere Ohren, die weit weg von Traditionen und typischem Kulturgut zu sein scheinen.
Zu verdanken ist das einer neuen Generation teils junger Musiker, die sich der traditionellen Volksmusik unverdorben von formalistischen Ansätzen und mit frischer Freude annehmen. Oftmals gehen sie dabei an Grenzen, loten sie aus und scheuen sich nicht, Dinge auszuprobieren und neue Wege zu suchen.
Eine der Schlüsselfiguren in dieser „neuen Volksmusikszene“ ist der Zentralschweizer Klarinettist Dani Häusler. Er hat zusammen mit dem Schwyzerörgeli-Virtuosen Markus Flückiger die Hujässler gegründet und ist damit nicht nur Vorreiter dieses neuen Musikverständnisses, sondern ausserdem mit allen verbandelt, denen die Erneuerung der Volksmusik am Herzen liegt.
Viele dieser Musiker werden sich im Sommer 2010 mitten in Zürich, in der elitären Tonhalle und auf dem populären Bauschänzli, zur „Stubete am See“ treffen. Dani Häusler komponiert ein konzertantes Werk für ein Ländlermusikorchester, andere Formationen wie stimmreise.ch der Jodlerin Nadja Räss und die junge Kapelle Quantensprung präsentieren ihre neuen Programme und spielen zum Tanz auf.
Der Film «Gränzgänger» nimmt die „Stubete“ zum Anlass, einige dieser Musikerinnen und Musiker, aber auch ihre Vorbilder, kennenzulernen und zu begleiten, ihr Schaffen zu dokumentieren und sich damit gleichzeitig zu den Ursprüngen der Schweizer Volksmusik aufzumachen.
Diese Spurensuche fördert überraschende und kaum bekannte Fakten zutage und räumt auf mit Vorurteilen und Mythen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Volksmusik nämlich laut und aufrührerisch und wurde vor allem in den Städten gespielt. Erst mit der Instrumentalisierung im Zuge der geistigen Landesverteidigung, aber auch durch den Einfluss von Radio und Fernsehen, ist die Volksmusik zu dem geworden, was manche heute als konservativ und langweilig abtun.
«Gränzgänger» setzt hier an und zeigt Musiker, die auf die unverfälschte Tradition zurückgreifen, aber dennoch lustvoll Neues wagen, das Überlieferte ändern und bereichern.
Der Film macht deutlich, dass Volksmusik nicht nur auf dem Land und in unberührter Natur anzusiedeln ist, sondern sich genauso an den Rändern der Stadt entwickelt und mit der „Stubete am See“ nun auch wieder dahin zurück kehrt, wo sie einmal hergekommen ist.
«Gränzgänger» begleitet Menschen, die sich als Musiker nicht einschränken lassen wollen und stets auf der Suche sind nach Musik, die mitten ins Herz trifft, unterhält und insofern also im besten Sinne „volkstümlich“ ist.
Allgemeine Angaben
Produktionsland | Schweiz |
Produktionsjahr | 2010 |
Gattung | Kino-Dokumentarfilm |
Drehformat | XD Cam |
Projektions-/Sendeformat | 35mm |
Dauer | 80min |
Sprache | Schweizerdeutsch |
Cast
Protagonisten | Dani Häusler, Markus Flückiger, Nadja Räss, Willi Valotti, Dieter Ringli, Quantensprung |
Crew
Drehbuch | Colette Kalt |
Regie | Colette Kalt |
Chef-Kamera | Peter Guyer |
Direkt-Ton | Balthasar Jucker |
Bildschnitt | Christian Müller |
Produktion | FAMA FILM AG |
Produzent(en) | Rolf Schmid |
Finanzierung |



