Status
Produktionsfinanzierung: Frühling bis Sommer 2013
Dreharbeiten: Herbst 2013
Fertigstellung: Sommer 2014
«Im Schatten des Tages»
Marietta versteckt sich im Schrank, wenn jemand an der Tür klingelt. Seit Monaten müssen ihre Eltern sie in der abgedunkelten Wohnung einsperren. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, denn die Schweizer Behörden verweigern Saisonniers das Recht, ihre Kinder bei sich zu haben. In ständiger Angst vor der Fremdenpolizei, werden die Tage für die Familie zur tragischen Zerreissprobe.
Inhalt
Seit über fünf Jahren fiebert Marietta den Briefen ihres Vaters Antonio entgegen, der als Saisonnier in einer Zürcher Metallfabrik arbeitet. Einmal im Jahr kommt er zu Besuch, bringt Geschenke mit, und verspricht, bald ein schönes Haus für seine Familie in Italien zu bauen.
Ein Arbeitstag reiht sich an den anderen bis Antonio dem Patron der Fabrik – Fritz Gasser – bei dessen Rundgang durch den Maschinenpark das Leben rettet, und sich dabei selbst schwer verletzt. Peter Frei, Gassers Schwiegersohn und Geschäftsführer, organisiert zum Dank ein Touristenvisum für Antonios Frau Gioia, die ihn umsorgen soll bis er wieder arbeitsfähig ist. Antonio lehnt diese grosszügige Geste mit der Erklärung ab, Gioia müsse sich um Marietta und seine kranke Mutter kümmern. In Wahrheit schämt er sich für die schäbige Wohnung, in der er untergebracht ist. Zum anderen fürchtet er, Gioia könnte von seiner Schweizer Geliebten erfahren.
Ohne zu ahnen, was sie mit ihrem Tun aufs Spiel setzt, nimmt Gioia ihre Tochter kurzerhand illegal über die Grenze mit. Schnell wird allen schmerzlich bewusst, wie hoch der Preis ist, den Marietta für die Wiedervereinigung ihrer Familie bezahlen muss. Ohne bewilligten Familiennachzug wird die Fremdenpolizei alle sofort ausweisen. Als Antonios bester Freund Massimo vorbeischaut, um auf seine Beförderung zum Vorarbeiter anzustossen, versteckt Gioia Marietta im Schrank. Schliesslich könnte auch ihm, ein Wort zu viel herausrutschen. Antonio will dies seiner Tochter nicht ein weiteres Mal zumuten. Sobald er wieder gesund ist, plant er, Marietta mit einem geliehenen Auto nach Italien zurückfahren. Doch Gioia, selbst ohne Eltern aufgewachsen, will ihrer Tochter dieses Schicksal um jeden Preis ersparen. Statt weiterhin nur auf Antonios Lohn angewiesen zu sein, will sie in Zürich eine Arbeit finden. Antonio seinerseits kann sich eine Zukunft in der Schweiz nicht vorstellen. Die Unstimmigkeiten zwischen ihm und Gioia werden immer grösser. Während er in der Fabrik arbeitet, macht sich Gioia auf eigene Faust auf die Suche nach Arbeit. Sie lässt sich nicht entmutigen, bis Peter Frei sie als Haushaltshilfe für seine Frau Erika anstellt. Diese ist seit dem Tod der gemeinsamen Tochter Iris nicht mehr dieselbe. Aus Sorge, sie könnte sich etwas antun, ist Peter froh, mit Gioia jemanden im Haus zu wissen, der auf seine Frau Acht gibt. Antonio sieht durch Gioias Arbeit seine bisherige Rolle als Familienoberhaupt in Frage gestellt. Die Sorge um Marietta zehrt an seinen Nerven. Selbst mit Massimo kann er nicht über Mariettas Los reden. Er sucht Zuflucht in den Armen seiner Geliebten, und kehrt geplagt von schlechtem Gewissen zu Kind und Frau zurück.
Abends ist Marietta mit ihren Eltern vereint. Doch das tröstet nicht über den alleine in der abgedunkelten Wohnung verbrachten Tag hinweg. Zu Beginn findet sie Zuflucht in ihrer Fantasie und den Erinnerungen an ihren besten Freund Lino. Zusehends geprägt von der Aneinanderreihung monotoner Stunden voller Stille, Dunkelheit und Furcht dämmert das einst wissbegierige und flinke Mädchen nur noch unter der Bettdecke versteckt vor sich hin.
An einem dieser endlos scheinenden Tage verlässt Marietta die Wohnung, um ein Kätzchen zu retten, das eine Frau in einen Abfalleimer auf die Strasse wirft. Erika entdeckt das verängstigte Mädchen und verspricht ihr, niemandem etwas zu sagen. Sie beginnt Marietta im Geheimen mit dem geretteten Kätzchen zu besuchen. Während die Besuche sie über den Tod der eigenen Tochter hinwegtrösten, ist Marietta hin- und her gerissen zwischen der Freude über diese kurzen Momente, in denen sie wieder Kind sein darf, dem schlechten Gewissen ihren Eltern gegenüber und der Angst, doch noch von der Polizei entdeckt zu werden.
Die Fronten verhärten sich. In Gassers Fabrik treten die Italiener in den Streik. Die italienerfeindliche Stimmung unter den Schweizern spitzt sich zu und führt schliesslich zu Handgreiflichkeiten, bei denen Massimo einen folgeschweren Fehler begeht. Das Damoklesschwert, das über Marietta und ihren Eltern hängt, kommt zu Fall, als die Fremdenpolizei von Mariettas illegalem Aufenthalt in der Schweiz erfährt.
Allgemeine Angaben
Produktionsland | Schweiz |
Co-Produktionsländer | Italien, Deutschland |
Produktionsjahr | 2013 |
Gattung | Kinospielfilm |
Genre | Sozialdrama |
Dauer | 90min |
Sprache | Schweizerdeutsch, Italienisch |
Cast
Besetzung | Casting im Gange |
Crew
Drehbuch | Daniela & Isabella Cianciarulo |
Regie | Daniela Cianciarulo |
Chef-Kamera | Judith Kaufmann |
Direkt-Ton | Hugo Poletti |
Bildschnitt | Isabel Meier |
Produktion | FAMA FILM AG |
Produzent(en) | Rolf Schmid |
Co-Produzent(en) | elsani film, Köln / Anita Elsani; Co-Produktion Italien noch offen |
Finanzierung | Bundesamt für Kultur, Zürcher Filmstiftung, SRF, Filmstiftung NRW, etc. |
