«Tangomaniacs»
Ein Wirtschaftsprofessor, eine Philosophiestudentin, ein 68-jähriger Kantinenmanager, der zur See gefahren ist, und eine Illustratorin, die aus der Punk-Szene stammt: Sie alle verbindet die Leidenschaft des Tangotanzens. Die Tangomaniacs sind immer auf der Suche nach dem Rauschzustand, den sie in ihrer Parallelwelt finden. Hinter der schillernden Tangoszene scheint deren Brüchigkeit auf und werden die Zweifel der suchenden TänzerInnen sichtbar.
Inhalt
Ein Dutzend Tanzpaare auf einer grossen Terrasse. Im Hintergrund die Aussicht auf die schneebedeckten Alpen, unten glitzert der Vierwaldstädtersee. Aus der alten Herberge erklingt leise Tangomusik, die Paare umarmen sich und beginnen zu tanzen. Einige Leute sitzen herum, schauen zu oder unterhalten sich leise. Es herrscht gedämpfte, fast feierliche Stimmung. Man hört die Schritte der Tanzenden auf dem Boden, manchmal ein Kichern. Und, wenn man ganz nahe an einem Tanzpaar ist, ihren Atem.
Wer sind diese Menschen, die auf der Rigi zusammenfinden, um diesen Tanz aus einer anderen Welt zu zelebrieren? Karin, Jo, Laura und Florin sind Tangomaniacs aus Europa. Sie sind unterschiedlichen Alters, haben verschiedene Berufe und sind in verschiedenen Städten daheim – doch der Tango verbindet sie.
Der Film zeigt die ProtagonistInnen im Alltag, der nach anderen Regeln funktioniert als die Tangowelt. Einige sind ständig unterwegs zu den tollsten Tanzanlässen, andere haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Die Vorbereitungen auf einen Tanzanlass werden als Rituale vollzogen, als Übergang in die Parallelwelt. Der Sog des Tangos ist bei einigen so stark, dass er alle Lebensbereiche durchdringt. Und alle ringen damit, ihre Leidenschaft in ihr sonstiges Leben zu integrieren.
Im Tango finden die ProtagonistInnen etwas, das eine empfundene Leere ausfüllt: Eine Gruppe Gleichgesinnter, ein nonverbaler Austausch in einem rituellen Rahmen, die Inszenierung von klar definierten Geschlechterrollen, das Abtauchen in einen „Tangorausch“. Die Leidenschaft der europäischen Tango-Verrückten wird spürbar, doch auch die Brüchigkeit der nach aussen perfekt erscheinenden Tangowelt wird gezeigt und das Selbstverständnis dieser Szene wird kritisch hinterfragt.
Allgemeine Angaben
Produktionsland | Schweiz |
Co-Produktionsländer | Deutschland |
Produktionsjahr | 2012/13 |
Gattung | Kinodokumentarfilm |
Drehformat | HDV |
Dauer | 90min |
Sprache | schweizerdeutsch, deutsch, englisch, spanisch, schwedisch |
Sprachversionen | UT deutsch, englisch |
Tonformat | Dobly SRD |
Cast
Crew
Drehbuch | Ursula Haas |
Regie | Ursula Haas |
Chef-Kamera | Rainer Hoffmann |
Produktion | FAMA FILM AG |
Produzent(en) | Rolf Schmid |
Co-Produzent(en) | Filmkantine, Berlin |
Finanzierung |
