«YOLO»

von Samir
Kinospielfilm / 90min / Deutsch, Türkisch / 2018

Die türkischstämmige SIBEL (17) liebt es, Skateboard zu fahren. Doch das soll sie aufgeben, als ihre Eltern sie dem Sohn einer befreundeten Familie zur Frau versprechen. Sibel versucht der Zwangsheirat zu entgehen, verletzt dadurch aber die Ehre ihrer Familie, die nicht vor Gewalt zurückschreckt, um Sibel zum Gehorsam zu zwingen. Sibel kann sich nur befreien, indem sie mit Gewalt antwortet und sich von der Familie lossagt.

Status

Herstellungsfinanzierung: Herbst 2017 
Drehvorbereitung: April bis Juli 2018 
Dreharbeiten: Juli / August 2018
Postproduktion: Februar / März 2019
Fertigstellung: Juni 2019

Inhalt

Nichts ist für die türkischstämmige SIBEL (17) so intensiv, wie das Freiheitsgefühl, wenn sie auf ihrem Skateboard steht. Nur all zu gerne lässt sie für einen Besuch im Zürcher Skatepark ihre Ausbildung im Jeansstore von HERRN BÄUMLE (39) für einen Nachmittag hinter sich. Zumal sie von ALI (23) begleitet wird, in den sie ganz frisch verliebt ist. Doch als sie am Abend viel zu spät nachhause kommt, gerät ihr Leben plötzlich aus den Fugen. Ihre Mutter FILIZ (44) und ihr Vater ERKAN (48) haben es satt, dass Sibel sie ständig anlügt und sich im Skatepark herumtreibt. Was folgt, sind harte Konsequenzen: während des alljährlichen Besuchs bei türkischen Freunden in Köln wird Sibel kurzerhand dem ältesten Sohn der Familie versprochen. Sibel trifft die Ankündigung völlig unerwartet und ist in den folgenden Tagen wie paralysiert. Ihre Skaterfreundin LEONIE (19) kann nicht verstehen, dass Sibel sich anscheinend wehrlos den Plänen der Familie ergeben will und auch Ali will die Trennung von Sibel nicht einfach hinnehmen. Doch als Sibel ihm im Skatepark von ihrer aussichtlosen Lage erzählt, werden die beiden von ihrem älterem Bruder KAZIM (21) überrascht. Sibel muss mit nachhause. Nur mit Mühen gelingt es Sibel, ihren Vater glau-ben zu lassen, dass sie Ali nur das Skaten beibringen sollte. 

Bereits am nächsten Wochenende wird formell um Sibels Hand angehalten und der Ter-min für die Hochzeit festgelegt. Sibel erwacht aus ihrer Schockstarre und bittet ihre Mutter, die Hochzeit zu verhindern. Für Filiz ist dies jedoch undenkbar, schließlich steht die Ehre der Familie auf dem Spiel. Weil Sibel keinen Ausweg aus ihrer Zwangslage sieht, schluckt sie Schlaftabletten. Sie wird ins Krankenhaus gebracht und überlebt den Selbstmordver-such. Gut gemeinte Gesprächsversuche der behandelnden Ärztin prallen an Erkan und Filiz ab. Sie erzwingen die Mitnahme ihrer Tochter und bestehen auf der Heirat.

Vor der Berufsschule fängt Ali Sibel ab und schlägt ihr vor, zu ihm zu ziehen. Doch Sibel ist sicher, das würde ihre Lage nur noch mehr verschlimmern. Mitten im Gespräch entdeckt Sibel, dass ihr kleiner Bruder SELIM (16) sie überwacht. Trotz Sibels Bitte, nichts vom Treffen mit Ali zu erzählen, verrät er sie an den Vater. Sibel erklärt daraufhin ihren Eltern, sich der Heirat zu widersetzen. Dafür erntet sie nicht nur Schläge von Erkan, sondern wird auch am nächsten Tag von ihrer Mutter gezwungen, von einem Gynäkologen ihre Jungfräulichkeit überprüfen zu lassen. Das Ergebnis beruhigt die Mutter, Sibel hingegen ist tief gedemütigt und haut von zuhause ab. Da Sibel sich von Leonie nicht verstanden fühlt und Ali nicht erreichbar ist, sucht sie für die Nacht Unterschlupf im Jeansladen. Dort findet sie am Morgen ihr Chef. Gerade als sich Sibel ihm anvertraut, steuern Erkan mit Kazim auf das Geschäft zu. Sibel kann sich im letzten Augenblick in einer Umkleidekabine verstecken und hört mit an, dass ihr Vater über ihren Kopf hinweg ihre Lehre abbricht. Sibel bleibt danach nichts als die Flucht zu Ali, der sie bei sich aufnimmt. 

Von ihrem Chef erfährt Sibel, dass sie ihre Lehre zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen kann, solange sie nur weiterhin zur Berufsschule geht. Doch in der Schule taucht Erkan auf und will seine Tochter zwingen, nachhause zu kommen. Sibels Lehrer ruft die Polizei und Erkan erhält Hausverbot. Ali glaubt allerdings nicht, dass es Erkan lange aufhalten wird. Um Sibel zu retten, will er sie deshalb heiraten. Sibel will aber frei und unabhängig sein. Ihre einzige Chance dafür sieht Sibel in der Abschlussprüfung, für die sie von jetzt an ohne Unterlass und mit der Hilfe von Bäumle lernt. Nur am Tag vor ihrer Prüfung will sie noch einmal den Kopf frei bekommen und fährt in die Skatehalle nach Basel, wo Leonie ihr steckt, dass ihr Skater-Idol am nächsten Nachmittag in Zürich nach neuen Talenten scoutet. Direkt nach ihrer Prüfung begibt sich Sibel deshalb zum Skatepark. Doch hier lauern Erkan und Kazim auf sie. Nur mit waghalsigen Skatemanövern und der Hilfe von Leonie gelingt Sibel die Flucht. In einem Café erfährt Sibel anschließend von Leonie, dass Erkan bei der Verfolgung einen Schwächeanfall erlitt. Kazim spürt die beiden Freun-dinnen auf und verlangt von Sibel, dass sie nun zum Vater mitkommen muss. Als Sibel sich weigert und von Leonie dabei unterstützt wird, rastet Kazim aus und schlägt Leonie zusammen. Die herbeigerufene Polizei nimmt ihn fest und Leonie erhebt Anzeige gegen ihn. 

Völlig fertig kommt Sibel am Abend zu Ali. Doch auch hier wartet eine unangenehme Überraschung auf sie: Ali will mit dem Heiratsantrag ernst machen und hat hierfür seine Eltern einbestellt. Sibel ist geschockt und verlässt Ali. Aufgewühlt begibt Sibel sich in den Skatepark, wo sie ganz allein ihre Bahnen zieht. Unvermutet gesellt sich ihr Skate-Idol dazu, der hier nur nachts ungestört skaten kann. Er lädt Sibel zum Nachwuchstraining ein. Noch in der selben Nacht sucht Sibel Schutz im Mädchenhaus. Hier ist sie sicher. Doch nachdem Sibel einige Tage später ihre bestandene Prüfung mit ihrem Chef im Jeansstore feiert, folgt ihr Erkan. Er stellt seine Tochter und will sie zur Heirat bewegen: noch könne die Ehre der Familie wieder hergestellt werden. Als Sibel ihren Vater bittet, ihre Entscheidung zu verstehen, sieht Erkan rot. Er beschimpft sie als Hure und beginnt seine Tochter zu würgen. Doch Sibel schlägt mit ihrem Skateboard zurück und befreit sich – sie ist kein Opfer mehr.

Ein Jahr später steht Sibel bei einem Skate-Contest an der Kante einer Half-Pipe: sie schaut noch einmal auf ihr Skateboard, auf dem der Schriftzug YOLO – You only live once steht. Dann saust sie mutig hinunter. 

Allgemeine Angaben

Produktionsland

Schweiz

Co-Produktionsländer

Deutschland

Produktionsjahr

2018

Gattung

Kinospielfilm

Dauer

90min

Sprache

Deutsch, Türkisch

Cast

Crew

Drehbuch

Placid Maissen und Sebastian Stobbe

Regie

Samir

Produktion

FAMA FILM AG

Produzent(en)

Rolf Schmid

Finanzierung

SIDE B